Tag 1 -Haftbeginn- 30.07.2008
Um 16:15 Uhr stand ich vor dem großen Eisentor, am Markt 7c in Lüneburg. Ich klingelte und meldete mich mit meinem Namen. Der Summer gab mir das Zeichen, dass ich eintreten könne. Ich schob die schwere Eisentür auf und ging mit meinem Dad durch diese. Nach ein paar Stufen stand ich wieder vor einer Eisentür, diesmal aber vor der Eingangstür zum Vollzug. Ich klingelte wieder – die Tür wurde geöffnet. Rechts sah ich eine Panzerscheibe, dahinter ein Mann von der Justiz (stand zumindest auf seiner Jacke). Links stand ein Röntgengerät wie man es vom Flughafen kennt um Koffer zu durchleuchten. Vor der Durchgangstür, die zu den Trakten führt, stand ein sog. „Rahmen“. Der Rahmen ist ein Metalldetektor, der beim durchgehen piept falls man Metallsachen in den Taschen hat. Ich meldete mich an, legte die nötigen Unterlagen vor und zahlte etwas Geld auf mein Haftkonto ein, damit ich mich hier ein bisschen versorgen kann. Ich habe vorher schon erfahren, dass man 1x die Woche einkaufen kann. Da ich noch einen Fernseher und Radiogerät mit gebracht habe, werden dafür jeweils 15,-€ für die Verplombung fällig. Dann öffnete ein anderer Beamter die Tür hinter dem „Rahmen“ und bat mich zu ihm durchzukommen. Das ging sehr schnell auf einmal, ich hatte auf einmal keine Zeit mehr mich richtig von meinem Dad zu verabschieden. Eine schnelle Umarmung und der Beamte wurde ungeduldig. Mit meinen Worten „Wird schon schief gehen“ verließ ich meinem Dad und ging durch die Tür, in der schon der Beamte auf mich wartete. Meine Sachen blieben in dem Raum, indem ich angekommen war, da diese noch gründlich durchsucht werden müssen. Der Beamte bat mich zu folgen. Wir gingen durch die Gefängnisgänge, bis runter in den Keller. Ich sollte meine Taschen leeren, was ich natürlich alles ohne zu murren tat. Kippen, Feuerzeug, Portemonnaie – mehr hatte ich nicht in meiner Jeans. Das Feuerzeug (Marke: BIC) nahm der Beamte in die Hand und knipste es ein paar Mal an. Dann noch ein paar Fragen beantwortet, dann ging es weiter. Ich sollte mir aus einem Schrank ein „Paket“ nehmen. Ein Paket ist die Erstausstattung. Bettzeug, Handtücher, Rasierer, Rasierpinsel, Seife, Essschalen, Besteck, Zahnbürste und Zahnpasta. Das ich mir. Nachdem ich mir das Paket genommen habe, ging es weiter. Er bat mich in einem Nebengang meine Klamotten gegen die vorläufigen Haftklamotten zu tauschen. Fertig umgezogen gingen wir weiter auf den Gang. Er öffnete zwei Zellen, beide wollten alleine bleiben. Bei der dritten Zelle angekommen und geöffnet, beschloss der Beamte, dass ich jetzt in dieser Zelle bleibe, obwohl der Häftling auch nicht so gerne jemanden mit auf Zelle haben wollte. Nun war ich in meinem Haftraum. Mein Spanni war Christopher, ziemlich korrekt, haben uns gleich verstanden. Er hatte zum Glück einen Fernseher auf Zelle, so musste ich nicht erst auf meine Verplombung warten. Meine eigenen Klamotten habe ich am ersten Tag noch nicht bekommen. Dies wird frühestens zwei Tage später geschehen, da die Prüfung so lange dauert. Um 16:30 Uhr gab es Abendbrot. Ein paar Scheiben Brot und ein bisschen Aufschnitt + Margarinesternchen. Dann hat jeder eine silberne Kanne, die man abends unter einen Eimer stellen kann, der dann mit Tee gefüllt wird. Mit Christopher habe ich noch Karten und Mensch ärgere Dich nicht gespielt. Gegen 21:00 Uhr wollte C. schlafen, da er Arbeiter ist und morgens früh aufstehen muss. Ich habe mich dann auch hingelegt und bin irgendwann eingeschlafen.